Sieg im letzten Heimspiel der Saison

Der Adendorfer EC hat die letzte Heimpartie gegen den EC Nordhorn. In einem temporeichen Aufeinandertreffen entschied nicht zuletzt das effektivere Powerplay der Gastgeber das Match.

Das der AEC diese gebrauchte Saison als Tabellenletzter abschließen würde, war eigentlich vor dem Spiel klar. Die Chance den entthronten Meister aus Bremen die rote Laterne zu übergeben ist eher theoretisch. Umso erstaunlicher, dass es nach den vielen durchwachsenen Auftritten dieser Spielzeit noch einmal 770 Zuschauer im Walter-Maack-Eisstadion einfanden und den Heidschnucken ihre Aufwartung machten. Als dann 5 Minuten vor Ende unser Stadionsprecher Arne Wolf ungewohnt früh das Publikum zum Finale anfeuerte und nur wenige Sekunden später das vorentscheidende 6:3 fiel, war der Frust der vergangenen Monate für ein paar Momente vergessen. Das „heißeste Kühlhaus des Nordens“ machte mal wieder seinem Namen alle Ehre.

Doch bei alle Gefühlsduselei kommen wir erst einmal zum sportlichen. Nordhorn, ohne Chance seinen bisherigen 4. Tabellenplatz noch zu verbessern, war nur mit 2 Reihen angereist. Die hatten es allerdings in sich. 6 Kontingentspieler, die teilweise unter den Top 5 der ligaweiten Scorerliste zu finden sind. Beileibe also keine Laufkundschaft. Waldemar Bartuli hingegen sah sich dem Luxus ausgesetzt fast drei Reihen aufbieten zu können.

Beide Teams begannen unkonzentriert, besonders im Spielaufbau. Kombinationen waren somit zu Spielbeginn rar gesät und so war es Tauno Zobel der für den AEC mit einem Pfostenschuss die erste gute Chance im Spiel hatte. Wenig später folgte dann die erste Überzahl für die Hausherren, in der Max Petersen mit einem Schlenzer von der blauen Linie erfolgreich war. Gästekeeper Hanisz war wohl erfolgreich die Sicht genommen worden. Nordhorn antwortete wütend aber wenig effektiv. Nomanovs und Ljubobratets vergaben leichtfertig (11.) den Ausgleich. So antworteten der AEC: Tauno Zobel bediente aus „Wayne´s Office“ Kapitän Vadim Kulabuchov und dieser schoss per Direktabnahme zum 2:0 ein. Adendorf zog sich jetzt etwas weiter zurück, während Nordhorn sich immer öfter in Einzelaktionen verhedderte. So hatte am kurz vor Ende des Drittels fast noch der AEC erhöht. Tufan Salfeld war frisch aus der Kühlbox gekommen, scheiterte mit seinem Alleingang aber ebenso an Hanisz, wie nur Sekunden später Kulabuchov mit einem abgefälschten Böttgerschuss.

Der ECN kam mit reichlich Druck aus der ersten Pause, aber der AEC hatte die erste dicke Chance durch Kapitän Kulabuchov (23.). Auf der Gegenseite prüfte Nordhorn dann zunächst die Stabilität des Adendorfer Gehäuses mit einem Pfostentreffer, ehe Ljubobratets mit einem schönen Solo dann doch den überfälligen Anschluss erzielte. Doch nur wenig später, als die Gäste dem Ausgleich sehr nah schienen, legten sich die Nordhorns Zimbelmänner mit Tauno Zobel an und alle drei durften für 2 Minuten in die Kühlbox. Powerplay für Adendorf, welches der ECN eigentlich gut und aggressiv verteidigte. Doch dann misslang ein Befreiungsschlag komplett und Yannick Henry bekam die Scheibe perfekt im Slot serviert. Adendorfs Stürmer ließ sich nicht lange bitten und schob zum 3:1 ein. Nordhorn machte dann den Fehler zu undiszipliniert zu sein und so hatte der AEC knapp 2 Minuten später wieder Überzahl, dieses mal sogar doppelt. Der Gastgeber war an diesem Abend gnadenlos effektiv: Vadim Kulabuchov, wieder per Onetimer, traf zum 4:1. Das dritte Powerplaytor bis dahin. Wer nun glaubte Nordhorn würde ähnlich wie bei der 7:0-Pokal-Klatsche das Spiel herschenken, sah sich getäuscht. Der AEC schien sich nun auch ein wenig zu sicher und Nordhorn bestrafte dies sofort. Kaum hatten die baltischen Spitzenkräfte ein wenig zuviel Platz klingelte es auch schon im Adendorfer Kasten. Zvirbulis und Ljubobratets verkürzten bis zur Pause auf 4:3 und ließen eine offene Partie ins letzte Heimdrittel der Saison gehen.

Diese begann mit einer Strafe für Nordhorn und der folgerichtigen Antwort des AEC. Denn Alexander Zimbelmann hatte praktisch noch nicht Platz genommen, als Denny Böttger von der blauen Linie abzog und die Scheibe im Tor einschlug. Der ECN antwortete mit einem weiteren Treffer ans Metall des von AEC-Goalie Andreas Bierzahn gehüteten Kastens. Das Geschehen verlagerte sich nun meist ins Drittel des Gastgebers, der tiefstehend, darum bemüht war die wütend anrennenden Nordhorner im Zaum zu halten. Die gelang, wenn auch in einigen Situationen, mit etwas Glück. Dann kam die 56- Spielminute und Nordhorn entschied das Spiel für den AEC. Daniel Bogziul checkte direkt vor den Augen von Schiedsrichter Edler Connor Schulz aufs Eis. Der Unparteiische bemängelte den übermäßigen Einsatz des Ellbogens und belegte Nordhorns Topscorer mit einer 2-Minuten-Strafe. Konstantin Ljunobratets erzürnte sich über diese Entscheidung derart, dass er zunächst eine Spieldauerstrafe kassierte. Das weitere Konversation mit dem Schiedsrichter von Seiten des Bestraften unklug ist zeigte sich auch hier, wobei wir nur über die gewählten Worte spekulieren können. Ljubobratets kassierte noch eine Matchstrafe obendrauf und wird dem ECN wohl einige Wochen, wenn nicht den Rest der Saison fehlen. Der AEC bedankte sich dann artig und Yannick Henry nutze die doppelte Überzahl zum 6:3. Über die weiteren Minuten decken wir dann ein wenig den Mantel des Schweigens. Nordhorn nahm nämlich, bei knapp viereinhalb Minuten auf der Uhr, den Goalie raus. Während Nordhorn in dieser Phase wenig gefährliches zu Stande brachte, brauchte es auf der anderen Seite Tauno Zobel, der, mit einer schönen Einzelleistung, das überfällige 7:3 ins leere Tor arbeitete.

Mit diesem Sieg verabschiedete sich der Adendorfer EC versöhnlich von seinen Heimfans in die Sommerpause. Den Saisonabschluss macht dann am Sonntag das Match in Nordhorn. Bleibt nur noch eins, aber da lassen wir ein Bild sprechen!

 

 

Statistik:

Adendorfer EC – EC Nordhorn 7:3 (2:0,2:3,3:0)

Tore:

(08:45) 1:0 Petersen (Zobel, Kulabuchov) PP1

(12:34) 2:0 Kulabuchov (Zobel)

(27:18) 2:1 Ljubobratets (Bogziul, Cremers)

(29:53) 3:1 Henry PP1

(32:31) 4:1 Kulabuchov (Böttger, Zobel) PP1

(35:04) 4:2 Zvirbulis (Bogziul, Berezhnoi)

(38:52) 4:3 Ljubobratets (Bogziul, Van der Meulen)

(41:29) 5:3 Böttger (Petersen) PP1

(55:29) 6:3 Henry (Petersen, Böttger) PP2

(59:48) 7:3 Zobel PP1-EN


Für den AEC auf dem Eis: Bierzahn (Günther) – Alexander, Petersen, Kluvetasch, Schulz – Naujoks, Böttger, Grewe, Henry, Kulabuchov, Salfeld, Hofmann, Zobel.

Zuschauer: 770

Schiedsrichter: Edler (Blanck, Voß)

Strafen: AEC 12 / ECN 16 + 5 + Spieldauer + Matchstrafe für Ljubobratets (56.) 

PP: AEC 6/7 – ECN 0/5