Die Teams der Oberliga Nord im Überblick - Teil 2
Die Ligenreform des DEB hat gerade in der dritthöchsten Spielklasse in Deutschland eine große Veränderung hervorgerufen. Gerade über viele Teams der Oberliga Nord ist wenig bekannt und so startete die Fachzeitung Eishockeynews in ihrer vorletzten Ausgabe eine neue Rubrik, die viele dieser Teams einmal vorstellt. Wir werden hier zeitlich versetzt die Vorstellungen der Eishockeynews veröffentlichen. Nachdem vergangene Woche der Hamburger SV vorgestellt wurde folgt jetzt der 2. Teil, mit dem Adendorfer EC:
Heidschnucken on Ice
Adendorfer EC: Größte Erfolge in der 1. Liga Nord
Wer im Eishockey von Heidschnucken spricht, meint die Spieler des Adendorfer EC. Die Nähe zur Lüneburger Heide hat den Adendorfern diesen Beinamen eingebracht. Bereits seit Mitte der 70er Jahre, als die erste künstliche Eisfläche gebaut wurde, gibt es in Adendorf Eishockey. Zunächst unterhielt der ortsansässige TSV Adendorf eine eigene Abteilung, bevor 1994 der Adendorfer EC gegründet wurde. Wolfgang Wernicke hieß der erste Präsident, der nach zwei Jahren von Wilfried Abramowski abgelöst wurde. Der Unternehmer stand dem Club acht Jahre vor. In seiner Amtszeit hatten die Heidschnucken ihre größten Erfolge. Über die Regionalliga ging es in die 2. Liga Nord, die nach einer Neustrukturierung zur 1. Liga Nord wurde. Zur Jahrtausendwende feierten die Adendorfer ihren bislang größten sportlichen Erfolg. In den Play-offs warfen die Heidschnucken überraschend den Favoriten und Aufstiegsaspiranten Ratinger Ice Aliens aus dem Rennen. Im Halbfinale gegen den EHC Straubing war dann allerdings Schluss.
Im Jahr 2001 musste der Adendorfer EC aufgrund eines verlorenen Rechtsstreits und einer damit verbundenen Abfindung an einen Ex-Trainer Insolvenz anmelden. Mit dem Adendorfer Eissport Club wurde direkt der nächste AEC gegründet, der in der neuformierten Regionalliga Nord/Ost startete und sich drei Jahre in Folge für die Meisterrunde qualifizierte. 2004 endete die Ära Abramowski und Rene Junga übernahm das Zepter. Nach einer sportlich katastrophalen Saison und damit verbundenen Einnahmeausfällen musste er nur 24 Monate später einen Insolvenzantrag stellen. Die Tradition ging jedoch mit dem zweiten Adendorfer Eishockey Club weiter. Fred Turré hat seitdem bis heute das Ruder in der Hand und sorgt dafür, dass der AEC in wirtschaftlich ruhigem Gewässer fährt. Ein Grund liegt auch in den Zuschauerzahlen, denn in der vergangenen Saison hatten die Adendorfer den zweitbesten Schnitt der Liga. Allerdings sind die finanziellen Mittel, die Sportchef Finn H. Sonntag ausgeben darf, nicht gerade üppig. „Es wird immer schwerer, neue Sponsoren zu gewinnen. Aber es geht in kleinen Schritten voran“, so Sonntag. Dennoch leisten sich die Heidschnucken einen Star. Seit einem Jahr steht mit Michal Marik ein früherer Zweitliga-Goalie zwischen den Pfosten, der den Adendorfern so manchen Punkt allein gerettet hat. Auch zuvor gab es bekannte Namen im Tor der Heidschnucken. Unter anderem gaben Sven Rampf und Varian Kirst ihre Visitenkarte beim AEC ab. Überhaupt konnten sich die Fans in der Vergangenheit an einigen „Größen“ wie Vesa Goman, Troy Stephens, Bryan Phillips, Denis Loschkin, Pavel Blaha oder Henry Thom, um nur einige zu nennen, erfreuen. Zudem haben die Adendorfer einige „Dauerbrenner“ in ihren Reihen. Denny Böttger spielt seit 1998 für den AEC und führt die Punktewertung souverän an. Die meisten Spiele bestritt Peter Hofmann, der seit 1996 bislang 479 Mal für die Heidschnucken auflief.
Das besondere Augenmerk der Adendorfer gilt seit jeher der Förderung des eigenen Nachwuchses. Heute hat der AEC insgesamt fünf Mannschaften in allen Altersklassen. Über 90 Kinder und Jugendliche lernen beim AEC das Eishockey-Spielen und sollen später dafür sorgen, dass die Tradition dieses Sports in Adendorf noch lange fortgesetzt wird. Außerdem nimmt eine Frauenmannschaft am Spielbetrieb teil.
Für die Oberliga-Saison ist ein guter Mittelfeldplatz das erklärte Ziel. Noch bevor das Eis aufbereitet ist, hat Sonntag das erste Schild an der Halle angebracht. Es verbietet das Mitbringen von Vuvuzelas. „Die bringen mich jetzt schon um den Verstand und haben beim Eishockey nichts verloren“, begründet der Sportchef seine "Chef-Maßnahme".
Dieter Hartmann
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